Vereinsgeschichte

Vereinsgeschichte

1894
Ein Wellendinger Bürgersohn, der als Mechaniker in Berlin in Arbeit stand, fuhr unter großem Aufsehen mit einem Fahrrad in seine Heimatgemeinde ein. Die Maschine war im Sinne des Wortes ein Stahlross; denn alles war aus Vollstahl gearbeitet, die Reifen bestanden aus Vollgummi. Der Bau dieses Fahrrades war ein ganz anderer als der des heutigen Rades: Das Vorderrad hatte einen Durchmesser von etwa 1,40 bis 1,50 Metern, während das Hinterrad einen solchen von kaum 40 Zentimetern aufwies. Auf dem großen Vorderrad war eine große, unschön geformte Lenkstange, auf der schrägen Verbindungsstange vom Vorder- zum Hinterrad war ein primitiver Sattel angebracht. Das Besteigen dieses Rades konnte nur unter großer Anstrengung erfolgen. Mit Blitzeseile ging die Tagesneuigkeit durch den Ort: „Der Hugger hat ein Veloziped und fährt darauf.“


1897
Das erste moderne Fahrrad kam in das Dorf, das dem heutigen Typ entsprach: der Rahmen aus Stahlrohr, die Reifen mit Luftbereifung. Von diesem Zeitpunkt an mehrten sich die Anschaffungen moderner Fahrräder, die meistens als Verkehrsmittel von und zur Arbeitsstätte dienten. Durch das tägliche gemeinsame Radeln zur Arbeitsstätte entstand bei den Radlern ein kameradschaftliches und kollegiales Verhältnis; auch die sportliche Seite wurde in Erwägung gezogen und man kam zum Entschluss, die enge Verbundenheit durch Gründung eines Radfahrervereins zu festigen. Aus diesem Gedanken heraus fand der Radfahrerverein seine Entstehung.


1906
Alle Fahrradbesitzer wurden im April zu einer Versammlung eingeladen betreffs Gründung eines Radfahrervereins. Unter voller Einmütigkeit konnte der neue Verein unter dem Namen „Radfahrerverein Wellendingen“ aus der Taufe gehoben werden. Erster Vorsitzender wurde Karl Hugger (Metzgers), Kassier und Schriftführer übernahm Max Hermann (Kaufmann). Fahrwart wurde August Hermann, ferner wurde ein kleiner Ausschuss gewählt. Zum Vereinslokal bestimmt wurde der „Grüne Baum“. Im Lokal selbst wurden für Radler, welche den Ort durchfuhren, sofort Reparatur- und Flickmaterial bereitgestellt; es war eine sogenannte „Radfahrer-Hilfsstation“. Im gleichen Jahr schickte sich der neu gegründete Verein an, einen Besuch in Wurmlingen beim dortigen Radfahrerverein abzustatten. Ferner wurde im August des gleichen Jahres das erste Vereinswettrennen durchgeführt.


1907
Ein stattlicher Festzug bewegte sich durch die Straßen des Ortes anlässlich des ersten Stiftungsfestes, ein Straßenwettfahren war diesem Fest angeschlossen.


1909
Bei einem Verbandsfest in Spaichingen errang der Verein im Korsofahren einen zweiten Preis. Zu dieser Veranstaltung beschaffte sich der Verein eine Einheitskleidung: weiße Anzüge. Aus diesem Grunde legte sich der Radfahrerverein Wellendingen den Namen „Edelweiß“ zu.

Vereinsgeschichte – 1910 bis 1929

1910
Am 12. Juni wurde das Vereinsbanner geweiht. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges nahm der Verein erfolgreich an verschiedenen Verbandsfesten teil. Während des Krieges musste die Vereinstätigkeit ruhen, da viele aktive Mitglieder zu den Waffen gerufen wurden.


1919
Im September wurde das Vereinsleben wiederbelebt. Josef Widmann übernahm den Vorsitz, unterstützt von Josef Rebhan, Max Hermann und Emil Rebhan sowie einem sechsköpfigen Ausschuss.


1922
Der Verein richtete das 16. Verbandsfest aus – ein voller Erfolg.


1923
Konrad Herrmann wurde Vorsitzender. Beim Bundesfest in Tuttlingen errang die Reigenmannschaft einen 1a-Preis; im Straßenrennen folgten weitere Spitzenplatzierungen.


1925–1928
In Irslingen und Königsheim wurden erste Preise erzielt. Auch in den folgenden Jahren war der Verein sportlich sehr aktiv und erfolgreich.


1929
Neue Saalmaschinen wurden angeschafft. In Endingen, Denkingen und Fluorn wurden jeweils erste Preise gewonnen.

1930

Vereinsgeschichte 1930

Beim Landesfest errang die Reigenmannschaft im Sechserschulreigen die Württembergische Meisterschaft und erhielt die Ehrengabe des Württembergischen Staatspräsidenten.


Vereinsgeschichte – 1931 bis 1966

1931
Vom 18. bis 19. Juli feierte der Verein sein 25-jähriges Bestehen. Konrad Herrmann hatte als Vorsitzender großen Anteil am Aufstieg und an den Erfolgen des Vereins.


1933–1949
Aufgrund der Wirren des Zweiten Weltkrieges kam es – wie bei vielen anderen Vereinen – zu einer Stilllegung der Vereinstätigkeit.


1949
Nach einer gesetzlichen Lockerung nahm der Radfahrerverein „Edelweiß“ seine Tätigkeit wieder auf. Karl Hafner wurde erster Vorsitzender.


1950–1952
Der Verein trat dem Bund Deutscher Radfahrer bei. Paul Hafner übernahm den Vorsitz. Der Sechserkunstreigen erzielte erste Plätze; in Wellendingen wurde der Radsportkreis „Neckar“ gegründet.


1953–1956
Eine neue Einheitskleidung wurde angeschafft. 1954 erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister. 1956 feierte der Verein sein 50-jähriges Bestehen.


1958–1961
Paul Hafner wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Karl Hafner übernahm den Vorsitz. Der Verein feierte sportliche Erfolge und richtete 1961 das Kreisfest des Kreises Neckar aus.


1964–1965
Der Verein richtete das Eröffnungsrennen des Kreises Neckar aus und nahm an mehreren Kreis- und Jubiläumsfesten teil.


1966
Das 60-jährige Vereinsbestehen wurde mit Kreis- und Bezirksfest, Bezirksmeisterschaften, Festbankett, Festzug mit 17 Vereinen und 432 Radsportlern sowie einem Kinderfest groß gefeiert. Die neue Turn- und Festhalle mit Lehrschwimmbecken eröffnete viele neue sportliche und kulturelle Möglichkeiten.

Vereinsgeschichte – 1967 bis 1999

1967–1969
Nach Fertigstellung der Turn- und Festhalle richtete der Verein Kreis- und Bezirksmeisterschaften im Hallenradsport aus. Der Damen-Sechserreigen wurde mehrfach Württembergischer Meister. Auch Nachwuchsarbeit, Korsofahren und Veranstaltungen prägten diese erfolgreichen Jahre.


1970–1974
Der Verein trat dem Internationalen Volkssportverband bei und veranstaltete erstmals internationale Volkssporttage. Karl-Eugen Hafner wurde Württembergischer Meister im Einer-Kunstradfahren. Nach dem Tod von Vorsitzendem Karl Hafner übernahm Helmut Habel die Vereinsführung.


1975–1976
Der Verein organisierte Rennen, Korsofahrten und Volkssportveranstaltungen. 1976 wurde das 70-jährige Bestehen mit Kreis- und Bezirksfest, Festgottesdienst, Straßenrennen, Korsowettbewerb und Kinderfest gefeiert.


1977–1979
Eine Pyramidengruppe mit Kindern und Jugendlichen wurde zum Aushängeschild des Vereins. 1978 übernahm Hans Hafner den Vorsitz. 1979 fanden die Volkssporttage erstmals als „Karl-Hafner-Gedächtnis-Tage“ statt.


1980–1983
Der Verein erzielte Erfolge im Korsofahren, Hallenradsport und bei Wanderfahrten. 1981 wurde das 75-jährige Bestehen mit Kreis- und Bezirksfest, Straßenrennen und einem großen Festkorso gefeiert. 1983 richtete der Verein das Altersgildetreffen des Radsportkreises aus.


1984–1986
Der Verein organisierte das Anfängerrennen „Der erste Schritt“ und beteiligte sich erfolgreich an Jubiläums- und Bezirksfesten. 1986 wurde das 80-jährige Bestehen gefeiert.


1987–1990
1987 führte erstmals ein Dreiervorstandsgremium den Verein. Ein regelmäßiger Radtreff wurde eingerichtet. 1988 endete die Tätigkeit im Internationalen Volkssportverband; der Freizeitsport wurde in die Vereinssatzung aufgenommen.


1991–1993
Das Dreiervorstandsgremium wurde aufgelöst. Der Verein richtete Altersgildetreffen und weitere Veranstaltungen aus. 1992 entstand mit Unterstützung der AOK ein regelmäßiger Radtreff.


1994–1996
Mit Günter Wekenmann und Joachim Roth vollzog der Verein einen Generationswechsel. 1996 wurde das 90-jährige Bestehen gemeinsam mit dem Kreisfest „Neckar“ gefeiert.


1997–1998
Die Korsomannschaft erzielte erneut gute Platzierungen. 1998 gewann der Verein beim Bezirksfest in Rötenbach-Alpirsbach den ersten Platz in der Gesamtwertung und den Stärkepreis.


1999
Beim 100-jährigen Jubiläum des RV Spaichingen gewann der Verein im Korsowettbewerb den ersten Platz sowie zwei Stärkepreise. Zum Jahresabschluss wurde die Wiedergründung des Vereins vor 50 Jahren gefeiert.

2000

Vereinsgeschichte im Jahr 2000

Bei der Hauptversammlung wurden neue Aufgaben verteilt. Der Verein organisierte erneut das Altersgildetreffen, beteiligte sich erfolgreich an Kreis- und Bezirkswanderfahrten und stellte mit 23 Ausfahrten eine sehr aktive Radtreffgruppe auf.